Kränkung und Ungerechtigkeit im Generationswechsel

Ein Punkt, der Familienkonferenzen häufig blockiert, der aber nicht gerne angesprochen wird und manchmal auch total unerkannt bleibt, ist das Gefühl der Kränkung und Ungerechtigkeit unter den Familienmitgliedern. Das kann auf einen einzigen Satz vor vielen Jahren zurückzuführen sein - unbewusst und zwischen den Zeilen. Der hat sich eingeprägt und beeinflusst die Atmosphäre bis heute.

 Als Kränkung bezeichnet man das Gefühl, von einer wichtigen Person degradiert, zurückgewiesen oder ausgegrenzt geworden zu sein. Innerhalb einer Familie ist jeder Angehörige eine solch wichtige Person, so dass ein "Du schaffst das ja nie." oder "Das geht dich nichts an." oder "Deine Meinung interessiert hier niemanden." tief in der Magengrube landet. Und dort bleibt die Kränkung lange hängen und erzeugt Verbitterung, Selbstwertprobleme und Rachegelüste.

Auch das Gefühl, irgendwann ungerecht behandelt worden zu sein, kann lange Zeit nachwirken und einvernehmliche Lösungen blockieren.

 Oft sind weder Kränkungen noch Ungerechtigkeiten den Beteiligten bewusst. Manche können sich hingegen noch Jahre danach genau an die betreffende Situation erinnern und den kränkenden Satz Wort für Wort zitieren. Wer sich den kleinen Anlass und die langfristig destruktive Wirkung jedoch vor Augen hält, kann nicht glauben, wie empfindlich familiäre Systeme sind. Beim besten Willen hilft da erst mal kein Nachdenken und auch kein Ignorieren.

 In der Familienkonferenz sind sie dann alle wieder anwesend: Die Treffer in die Magengegend. Und es bedarf eine Menge Fingerspitzengefühls, um den alten Treffern ihre Sprengkraft zu nehmen, um in geklärter Atmosphäre zu den Sachthemen überzugehen. Unterschätzen Sie diese Tretminen nicht und lassen Sie Ihre Familienkonferenz von einem Außenstehenden moderieren. Wenn Sie bedenken, wie viel für alle auf dem Spiel steht, wie groß der Unterschied zwischen der bestmöglichen Lösung für die ganze Familie und dem Scheitern ist, erweist sich dies als eine sehr sinnvolle Investition.



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Der Nachfolge-Coach
Bernhard Claus Sander

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